Pressemitteilung 27.04.2009

Kirchliche Krankenhausverbände starten bundesweites Projekt zur Ermittlung der Patientenzufriedenheit

Ergebnisse sollen im Internetportal Weisse Liste dargestellt werden

Gütersloh, Berlin, Freiburg, 27. April 2009. Die kirchlichen Krankenhausverbände starten ein Projekt zur Ermittlung der Patientenzufriedenheit in ihren rund 700 Mitgliedshäusern. Bis September dieses Jahres können die Krankenhäuser an dem Projekt teilnehmen und ihre Patienten mit dem von nationalen und internationalen Experten entwickelten Patients’ Experience Questionnaire (PEQ) befragen. Die Ergebnisse sollen anschließend im bundesweiten Internetportal Weisse Liste abgebildet werden. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) und der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) wollen damit die konfessionellen Häuser in ihrer Qualitätsorientierung unterstützen und ihnen die Chance geben, die Zufriedenheit ihrer Patienten öffentlich darzustellen.

„Wir möchten zeigen, dass sich die kirchlichen Krankenhäuser durch ein besonderes Qualitätsbewusstsein und eine große Nähe zum Patienten auszeichnen“, sagt Pastor Norbert Groß, Verbandsdirektor des DEKV. „Die Kliniken signalisieren durch ihre Teilnahme, dass sie sich der Bewertung ihrer Patienten stellen und transparent mit ihren Leistungen umgehen.“ Die Häuser erhielten zudem wichtige Daten für ihr Qualitätsmanagement. Die Befragung sei das erste große Kooperationsprojekt, das die kirchlichen Verbände gemeinsam anstoßen, so Groß.

„Durch die Befragung mit dem standardisierten PEQ-Verfahren und die Darstellung in der Weissen Liste können Patienten tatsächlich vergleichen, welche Erfahrungen andere Patienten in Kliniken gemacht haben“, sagt Thomas Vortkamp, Geschäftsführer des KKVD. „Wir wissen, dass die Zufriedenheit anderer Patienten das entscheidende Kriterium bei der Krankenhauswahl sein kann. Darauf möchten wir reagieren und zeigen, dass die kirchlichen Häuser in Sachen Transparenz eine Vorreiterrolle einnehmen.“ Die Weisse Liste sei für die Abbildung der Ergebnisse besonders geeignet, da sie sich auf eine nutzerfreundliche und verständliche Aufbereitung von Qualitätsdaten konzentriere und zudem unabhängig von den Interessen von Leistungsanbietern und Kostenträgern agiere.

Der von der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem Schweizer Verein Outcome und wissenschaftlichen Experten entwickelte Patients’ Experience Questionnaire erfasst mit 15 Fragen die Erfahrungen von Patienten in der akutstationären Versorgung. Gefragt wird unter anderem nach dem Umgang der Ärzte und des Pflegepersonals mit den Patienten und dem wahrgenommenen Behandlungserfolg. Die Befragung erfolgt anonym und indikationsunabhängig auf Ebene der Fachabteilungen; der Fragebogen lässt sich mit anderen Befragungsinstrumenten kombinieren. Speziell für die Geburtshilfe wurde die Fragebogenvariante PEQ-Geburt entwickelt. „Die Validität des Fragebogens wurde in qualitativen Interviews und quantitativen Tests umfangreich überprüft. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Patients’ Experience Questionnaire ein Instrument entwickelt haben, das bundesweit zum Standard bei der Patientenbefragung werden kann“, sagt Gaby Schütte, zuständige Projektmanagerin bei der Bertelsmann Stiftung, die die Weisse Liste gemeinsam mit den Dachverbänden der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen betreibt. Auch unabhängig vom aktuellen Projekt stehe der Fragebogen allen Kliniken offen; für eine Veröffentlichung unter www.weisse-liste.de sei die Zusammenarbeit mit einem akkreditierten Befragungsinstitut notwendig.

Für das aktuelle Projekt haben die kirchlichen Krankenhausverbände das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME) aus Landau als Partner gewonnen. Für den Projektzeitraum wurde ein Rahmenvertrag mit Sonderkonditionen ausgehandelt. Kirchliche Kliniken können sich über ihre Verbände zur Teilnahme an dem Projekt anmelden.

Weitere Informationen unter:
www.kkvd.de
www.weisse-liste.de/peq