Pressemitteilung 29.07.2008

Weisse Liste arbeitet mit erweiterter Datengrundlage

Internetportal zur Krankenhaussuche nutzt ab jetzt die umfangreicheren XML-Versionen der Krankenhaus-Qualitätsberichte

Gütersloh, 29. Juli 2008. Die Weisse Liste, das neue Internetportal zur bundesweiten Kliniksuche, arbeitet künftig mit einer erweiterten Datengrundlage. Die im Portal angezeigten Qualitätsdaten basieren ab jetzt auf den sogenannten XML-Versionen der Krankenhaus-Qualitätsberichte, die kürzlich durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) freigegeben wurden. Diese maschinenlesbaren Versionen enthalten für die einzelnen Fachabteilungen oder Organisationseinheiten der Kliniken Daten zu mindestens 80 Prozent aller Hauptdiagnosen (ICD) sowie Prozeduren (OPS). Sie sind damit deutlich umfangreicher als die bisher öffentlich zugänglichen PDF-Versionen der Berichte.

„Im Sinne der Nutzer wollen wir das Angebot der Weisse Liste kontinuierlich verbessern. Die Integration der XML-Daten in das Portal ist ein wichtiger Schritt für uns – und für die suchenden Patienten, Patientenberater und Ärzte“, sagt Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung, die das Portal gemeinsam mit den Dachverbänden der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen anbietet. „Die Kliniken haben durch die erweiterte Datenbasis den Vorteil, dass sie bei der Suche nach bestimmten Diagnosen oder Prozeduren wesentlich häufiger gelistet werden.“ Zudem lasse das XML-Format bestimmte Formfehler nicht zu, die beim Ausfüllen der PDF-Versionen durch die Kliniken noch möglich waren. „Die Entscheidung des G-BA sorgt für mehr Transparenz über die Qualität von Krankenhäusern“, so Schwenk.

Krankenhäuser in Deutschland sind seit 2003 gesetzlich verpflichtet, alle zwei Jahre strukturierte Qualitätsberichte zur Patienteninformation zu veröffentlichen. Die am 5. Juni gestartete Weisse Liste griff bis jetzt auf eine gemischte Datenbasis aus PDF- und XML-Versionen der Berichte zurück. Die PDF-Versionen wurden für das Portal manuell erfasst, die XML-Versionen konnten von den Kliniken an die Weisse Liste geliefert werden. Neben den Daten der Berichte sollen ab Herbst dieses Jahres Daten aus Patientenbefragungen mit dem sogenannten Patients’ Experience Questionnaire (PEQ) als Grundlage der Suche zur Verfügung stehen. Zudem haben Kliniken die Chance, Fotos und Zusatzinformationen („XMLplus“) hochzuladen.

Das unabhängige und gemeinnützige Internetportal ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE (BAG SELBSTHILFE), Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen, Forum chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN, Sozialverband Deutschland (SoVD), Sozialverband VdK Deutschland und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Schirmherrin der Weissen Liste ist die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel. Die Initiatoren wollen mit der Weissen Liste eine individuelle Entscheidungshilfe für Patienten und Angehörige auf der Suche nach dem passenden Krankenhaus schaffen – durch allgemeinverständliche Erklärungen und eine assistierte Suche. Übergeordnetes Ziel ist es, die Transparenz im Gesundheitswesen zu erhöhen.