Arztbewertung: Weisse Liste ergänzt Fragebogen um Freitexteingabe

Erweiterung startet als Pilotprojekt in Hessen

Berlin, 09.06.2015. Versicherte, die in der Weissen Liste ihren Arzt oder Zahnarzt bewerten, haben künftig die Möglichkeit, zusätzlich zur Beantwortung des Fragebogens einen eigenen Bewertungstext einzugeben. Über den Text können sie Rückmeldung dazu geben, was sie in der Arztpraxis besonders gut fanden oder verbessern würden. Die Freitextbewertung startet zunächst als Pilotprojekt im Bundesland Hessen. Teilnehmen können die Versicherten der am Projekt beteiligten Krankenkassen AOK, BARMER GEK, Techniker Krankenkasse und Bertelsmann BKK.

„Wir reagieren auf einen wachsenden Bedarf – sowohl auf Seiten der Patienten als auch bei den Ärzten selbst. Immer mehr unserer Nutzer fragen nach Freitextbewertungen“, so Roland Rischer, Geschäftsführer der Weisse Liste gemeinnützige GmbH. Bewertungen per Freitext seien inzwischen international wie national Standard. Eine Befragung des Gesundheitsmonitors von Bertelsmann Stiftung und BARMER GEK habe gezeigt, dass rund 90 Prozent der Onliner es wichtig finden, dass bei Arztbewertungen im Internet die Möglichkeit zur Freitexteingabe existiere. Eine Studie der Universität Nürnberg-Erlangen sei zu dem Schluss gekommen, dass die Kommentare wichtige Hinweise für Ärzte liefern. „Freitextbewertungen machen die Rückmeldungen der Versicherten zu ihrem Arztbesuch noch konkreter. Das hilft anderen Nutzern bei der Arztsuche genauso wie den Ärzten, die das Feedback in ihr Qualitätsmanagement einbeziehen können“, so Rischer.

Die Freitextbewertung erfolgt auf Basis von umfassenden Regeln zur Verhinderung von Schmähkritik. Die Einträge werden erst nach einer eingängigen redaktionellen Prüfung veröffentlicht. Zudem haben Ärzte und Zahnärzte die Möglichkeit, öffentlich sichtbar auf eine Bewertung zu reagieren und diese zu kommentieren. Über den Arztbereich des Portals haben sie die Chance, sich per E-Mail über den Eingang einer neuen Bewertung informieren zu lassen. Die Erweiterung des Fragebogens startet als Pilotprojekt, um die Resonanz auf das neue Angebot zu prüfen; eine bundesweite Ausdehnung ist in Planung.

Rischer: „Mit der Freitextbewertung erweitern wir unseren Anspruch, Ergebnisse zu liefern, die zugleich aussagekräftig und fair für Ärzte sind.“ Das gemeinnützige Portal hebe sich von anderen, vorwiegend kommerziellen Angeboten ab, indem die Bewertung auf einem wissenschaftlichen Fragebogen beruhe, einen einzigartigen Schutz vor Mehrfachbewertungen biete und komplett werbefrei sei. Gekaufte Einträge wie in anderen Portalen seien strikt ausgeschlossen, Fragebogenergebnisse würden erst veröffentlicht, wenn mindestens fünf für einen Arzt vorliegen.