Arztsuche: Ergebnisse zu über 15.000 Ärzten abrufbar

Berlin, 01.03.2013. Welche Erfahrungen haben andere Patienten mit einem Hausarzt, Facharzt oder Zahnarzt gemacht? Patienten, die auf der Suche nach einem passenden Arzt sind, können sich ab heute in der Weissen Liste zu deutlich mehr Ärzten darüber informieren, wie zufrieden andere Patienten mit dem Arzt und der Praxis sind. Dazu werden die Ergebnisse der Versichertenbefragung zu den jeweiligen Ärzten freigeschaltet, sobald mindestens fünf Beurteilungen für sie vorliegen. Insgesamt trifft das aktuell auf mehr als 15.000 Ärzte in ganz Deutschland zu.

Bis jetzt haben Versicherte von AOK, BARMER GEK und Techniker Krankenkasse in dem Projekt rund 250.000 Fragebögen ausgefüllt. Die Ergebnisse werden zusammengeführt und zu den jeweiligen Ärzten veröffentlicht. Für die Freischaltung musste ein Arzt bislang mindestens zehn Beurteilungen erreichen. „Die Zahl der Beurteilungen wächst kontinuierlich. Wir möchten Patienten jedoch früher die Möglichkeit geben, sich bei der Arztsuche an den Erfahrungen anderer zu orientieren. Auch Ärzte können nun eher sehen, wie ihre Patienten sie beurteilen“, sagt Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung, die die Weisse Liste gemeinsam mit Patienten- und Verbraucherorganisationen trägt. Man habe die große Zahl der vorliegenden Beurteilungen zum Anlass genommen, die Schwelle für die Veröffentlichung zu überprüfen. Die Analyse habe gezeigt, dass die Versicherten ihre Ärzte sehr gleichmäßig bewerten und eine frühere Freischaltung der Ergebnisse möglich sei – ohne Einzelmeinungen ein zu starkes Gewicht zu geben, so Schwenk. Das sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass bei der Weissen Liste – anders als bei anderen Arztbewertungsportalen – ein sehr differenzierter Fragebogen eingesetzt werde.

Die Arztsuche der Weissen Liste ist seit Mai 2011 online zugänglich. Sie ist sowohl auf diesen Seiten als auch über die Internetauftritte der Projektpartner AOK, BARMER GEK und Techniker Krankenkasse abrufbar. „Unser Ziel ist es, neue Maßstäbe für Arztbewertungsportale zu setzen und möglichst viele Patienten mit gut abgesicherten Informationen zu unterstützen“, sagt Ilona Köster-Steinebach vom Verbraucherzentrale Bundesverband, einer der Trägerorganisationen der Weissen Liste. So sehe das Portal als einziges in Deutschland eine Mindestanzahl für die Veröffentlichung von Beurteilungen vor. Es sei komplett werbefrei, bezahlte Platzierungen seien strikt ausgeschlossen. Zudem biete die Registrierung mit den Angaben auf der Versichertenkarte einen einzigartigen Schutz vor Manipulationen. Der wissenschaftlich entwickelte, ausführliche Fragebogen liefere aussagekräftige Ergebnisse. „Von der früheren Freischaltung der Ergebnisse profitieren auch diejenigen, die an der Befragung teilnehmen. Denn ihre Beurteilungen sind nun schneller im Gesamtergebnis sichtbar und können anderen bei der Suche nach einem guten Arzt helfen – und das ohne Einbußen bei der Aussagekraft“, so Köster-Steinebach.

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