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Ermöglicht palliative Versorgung ein Sterben zu Hause?

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Palliative Versorgung unterstützt Sterben im gewohnten Umfeld

Die meisten Menschen wünschen sich, ihre letzte Lebensphase zu Hause zu verbringen und dort zu sterben. Untersuchungen zeigen, wenn eine palliative Versorgung frühzeitig zu Hause stattfindet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, auch bis zum Lebensende in der gewohnten Umgebung bleiben zu können. Zudem zeigt sich, dass Menschen, die an ihrem Lebensende zu Hause palliativ versorgt wurden, etwas weniger Schmerzen empfanden und seltener an Depressionen oder Schlaflosigkeit litten.

Nutzen einer palliativen Versorgung

1. Von je 100 Menschen, die an ihrem Lebensende zu Hause versorgt wurden, konnten wie viele Menschen auch zu Hause versterben?

Grafik Palliative Versorgung zu Hause

Menschen, die eine palliative Versorgung zu Hause in Anspruch nehmen, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, zu Hause zu sterben als Menschen, die nicht palliativ versorgt werden.

2. Wie stark empfanden Menschen belastende Symptome (z. B. Schmerzen, Depressionen, Schlaflosigkeit) in ihrer letzten Lebensphase?

Grafik  palliative Versorgung zu Hause
Skala von 0 (keine Symptome) bis 100 (starke Symptome)

Menschen, die zu Hause palliativ versorgt wurden, berichteten im Durchschnitt von weniger stark belastenden Symptomen am Lebensende als Menschen, die zu Hause keine palliative Versorgung erhielten.


Risiken einer palliativen Versorgung

Es liegen keine belastbaren Daten vor.

Erklärende Informationen zum Verständnis der Grafiken

Für die in der Faktenbox aufgeführten Daten zur Wahrscheinlichkeit, zu Hause zu sterben, wurden insgesamt 614 Patienten und deren Betreuer befragt. Die Angaben wurden umgerechnet auf eine Bezugsgröße von 100 Personen. Die palliative Versorgung der Befragten fand nur im häuslichen Umfeld und nicht in stationären Pflegeeinrichtungen statt. Die Daten zur Einschätzung der Stärke von belastenden Symptomen stammen aus einer Studie mit ca. 150 Teilnehmern.


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Weitere Angebote zur Palliativversorgung in Ihrer Region finden Sie im Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.


Weitere Informationen zum Thema palliative Versorgung zu Hause

Was ist das Ziel einer palliativen Versorgung?

Das Ziel einer palliativen Versorgung ist es, die Lebensqualität von schwerstkranken und sterbenden Patienten zu verbessern oder zu erhalten. Dabei werden Schmerzen gelindert oder Symptome behandelt, welche die Patienten einschränken können. Belastende Behandlungen wie unnötige Operationen, Krankenhausaufenthalte oder Chemotherapien in den letzten Lebenswochen sollen vermieden werden.

Die palliative Versorgung sollte frühzeitig einsetzen und in der häuslichen Umgebung erfolgen. Wenn dies nicht mehr möglich ist, kann die Palliativversorgung auch stationär erfolgen.

Für wen kommt eine palliative Versorgung in Frage?

Eine palliative Versorgung kommt für Patienten infrage, die sich Unterstützung oder Begleitung in einem fortschreitenden, unheilbaren Krankheitsprozess wünschen. Die Lebenserwartung der Patienten beträgt in der Regel weniger als 6 Monate, kann aber auch bis zu 24 Monate betragen.

Was empfehlen aktuelle medizinische Leitlinien?

Verschiedene medizinische Leitlinien empfehlen palliative Versorgung und vorausschauende Versorgungsplanung für schwerstkranke und sterbende Patienten. Im Zuge einer vorausschauenden Versorgungsplanung werden die Behandlungswünsche eines Patienten und seiner Angehörigen für seine letzte Lebensphase herausgearbeitet und in einem Versorgungsplan festgehalten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Behandlungswünsche bei der palliativen Versorgung bestmöglich umgesetzt werden können. Als schriftliche Dokumente können in diesem Rahmen z. B. eine Patientenverfügung, eine Vorsorgevollmacht oder ein Notfallbogen erstellt werden.

Welche weiterführenden Informationen können noch helfen?

Welche Formen der Palliativversorgung gibt es? Wovon unterscheidet sich eine allgemeine ambulante Palliativversorgung von einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie auf unserer Serviceseite "Versorgung am Lebensende".


Über diese Faktenbox

Quellen

[1] Gomes, B., Calanzani, N., Curiale, V., McCrone, P., & Higginson, I. J. (2013). Effectiveness and cost-effectiveness of home palliative care services for adults with advanced illness and their caregivers. Cochrane Database Syst Rev, 6, CD007760. doi: 10.1002/14651858.CD007760.pub2. [2] Bakitas, M., Lyons, K., Hegel, M., Balan, S., Barnett, K., Brokaw, F., . . . Ahles, T. (2009). The project ENABLE II randomized controlled trial to improve palliative care for rural patients with advanced cancer: baseline findings, methodological challenges, and solutions. Palliative & supportive care, 7(1), 75-86. doi: 10.1017/s1478951509000108

Haftungshinweis

Diese Faktenbox wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte geben. Gleiches gilt insbesondere für die Inhalte externer Links. Insbesondere ersetzt die Faktenbox keinen Arztbesuch oder eine ärztliche Beratung und Untersuchung. Die in den Faktenboxen veröffentlichten Informationen sollen Ihnen als Unterstützung für die Vorbereitung des Arztgespräches dienen.

Diese Faktenbox wurde von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung erstellt.

Zuletzt aktualisiert: August 2015
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