Illustration Darmkrebs Frueherkennung durch kleine Darmspiegelung

Welchen Nutzen hat eine kleine Darmspiegelung?

Hier finden Sie wissenschaftlich gesicherte Fakten für Ihre Entscheidung.

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Kleine Darmspiegelung kann das Risiko an Darmkrebs zu sterben verringern

Bei der kleinen Darmspiegelung wird im Gegensatz zur großen Darmspiegelung nur ein Viertel des Dickdarms durchleuchtet. In diesem Darmabschnitt, wachsen ungefähr zwei Drittel der Tumore. Studien zeigen, dass die kleine Darmspiegelung das Risiko verringert, an Darmkrebs zu sterben. Jedoch wirkt sich dies nicht auf die Gesamtsterblichkeitsrate aus. Bei der Untersuchung können Polypen (Vorstufen von Darmkrebs) direkt entfernt werden. Das verringert das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Manche Patienten empfinden Schmerzen bei der Untersuchung. Schwerwiegende Komplikationen treten selten auf.

Die große Darmspiegelung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, die kleine Darmspiegelung nicht. Die Studien zur kleinen Darmspiegelung helfen, den Nutzen der großen Darmspiegelung abzuschätzen, für die es derzeit noch keine aussagekräftigen Studien gibt.

Nutzen einer kleinen Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung

1. Wie viele Menschen zwischen 50 und 74 Jahren sind nach 10 Jahren insgesamt gestorben?

Grafik Darmkrebs-Früherkennung
Die Früherkennungsuntersuchung zeigte keinen Einfluss auf die Zahl der Todesfälle bei Betrachtung aller möglichen Todesursachen. In beiden Gruppen (mit und ohne Darmspiegelung) starben gleich viele Menschen. Das heißt, die zugrunde liegenden Studien boten keinen Nachweis, dass die kleine Darmspiegelung in einem Zeitraum von mindestens 10 Jahren ein Leben rettet.

2. Wie viele Menschen ab 50 Jahren sind nach 10 Jahren an Darmkrebs gestorben?

Grafik Darmkrebs-Früherkennung
Die Früherkennungsuntersuchung durch die kleine Darmspiegelung kann die Anzahl von Menschen, die an Darmkrebs sterben, senken.

3. Bei wie vielen Menschen zwischen 50 und 74 Jahren wurde fortgeschrittener Darmkrebs diagnostiziert?*

Grafik Darmkrebs-Früherkennung
* Durch die Darmkrebs-Früherkennung können Darmkrebsvorstufen erkannt werden. Diese lassen sich entfernen, wodurch eine Darmkrebsdiagnose verhindert werden kann.

Risiken einer kleinen Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung

1. Bei wie vielen Menschen traten während der Untersuchung mittelstarke bis starke Schmerzen auf?

Grafik Darmkrebs-Früherkennung

2. Bei wie vielen Menschen traten schwerwiegende Komplikationen bei der kleinen Darmspiegelung oder bei einer Nachuntersuchung auf? (z. B. starke Darmblutungen oder ein Riss in der Darmwand nach der Darmspiegelung)?

Grafik Darmkrebs-Früherkennung

Erklärende Informationen zum Verständnis der Grafiken

Die Zahlen zur Darmkrebssterblichkeit, den Diagnosen und Komplikationen basieren auf vier Studien mit knapp 450.000 Teilnehmern. Die Zahlen zu den Schmerzen basieren auf einer Studie mit 170.000 Teilnehmern. Die Zahlen sind Durchschnittswerte für Menschen ab 50 Jahre, die entweder an der Früherkennungsuntersuchung für Darmkrebs durch eine kleine Darmspiegelung teilnahmen oder nicht teilnahmen. Die Beobachtungen erstrecken sich über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren.


Arztsuche mit Schwerpunkt "Hausarzt/Hausärztin"

Zur Darmspiegelung müssen Haus- oder Frauenarzt überweisen: Die Koloskopie darf nur von Medizinern durchgeführt werden, die eine besondere Weiterbildung und Qualifikation für diese Untersuchung nachgewiesen haben. Auch die Ausstattung und die Abläufe in der Praxis müssen entsprechend geregelt und zertifiziert sein.

Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten auf Wunsch einen kostenlosen Erinnerungsservice an, der auf den jeweils nächsten Früherkennungstermin aufmerksam macht.


Weitere Informationen zum Thema Darmkrebs-Früherkennung durch kleine Darmspiegelung

Was ist das Ziel der Darmkrebs-Früherkennung?

Ziel der Darmkrebs-Früherkennung ist es, die Sterblichkeit durch Darmkrebs zu reduzieren. Die frühzeitige Erkennung einer Krebserkrankung soll eine lebenserhaltende Behandlung ermöglichen.

Wie wird diese Darmkrebs-Früherkennung durchgeführt?

Bei der kleinen Darmspiegelung werden bis zu 60 cm des Darms, nämlich das letzte Viertel des Dickdarms, von innen untersucht. Dazu wird ein flexibler Schlauch mit einem Licht und einer Kamera an dessen Ende verwendet. Während der Spiegelung können Gewebeproben entnommen und Schleimhautwucherungen (Polypen) direkt entfernt werden.

Für wen kommt die Früherkennung mit kleiner Darmspiegelung in Frage?

Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen richten sich an Menschen, die keine offensichtlichen Symptome haben. Die kleine Darmspiegelung kommt für Menschen ab 50 Jahre in Frage, die eine Früherkennungsuntersuchung machen lassen wollen, jedoch eine vollständige Darmspiegelung (Koloskopie) ablehnen.

Der Nutzen von Früherkennungsmaßnahmen nimmt bei höherem Erkrankungsrisiko (wie z. B. männliches Geschlecht, höheres Alter, erbliche Vorbelastung) zu. Die vollständige Darmspiegelung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, die kleine Darmspiegelung nicht.

Welche alternativen Darmkrebs-Früherkennungsmaßnahmen gibt es?

Es gibt die vollständige Darmspiegelung (Koloskopie), die in gewissen Zeitabständen für Menschen ab 55 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Darüber hinaus werden Stuhluntersuchungen (chemischer Bluttest, immunologischer Bluttest, genetischer Stuhltest und M2-PK Stuhltest), Röntgenaufnahmen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)  angeboten.

Welche weiterführenden Informationen können noch helfen?

Mehr Informationen über Tests zur Früherkennung von Darmkrebs erhalten Sie unter gesundheitsinformation.de.


Über diese Faktenbox

Quellen

[1] Fitzpatrick-Lewis D, Ali MU, Warren R, et al. Screening for colorectal cancer: A systematic review and meta-analysis. Clin Colorectal Cancer 2016 doi: 10.1016/j.clcc.2016.03.003.[2] Atkin WS, Cook CF, Cuzick J, et al. Single flexible sigmoidoscopy screening to prevent colorectal cancer: baseline findings of a UK multicentre randomised trial. Lancet 2002;359(9314):1291-300. doi: 10.1016/s0140-6736(02)08268-5. [3] Gemeinsamer Bundesausschuss. Früherkennungsuntersuchungen im Überblick 2016 [accessed 01.11.2016].

Haftungshinweis

Diese Faktenbox wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte geben. Gleiches gilt insbesondere für die Inhalte externer Links. Insbesondere ersetzt die Faktenbox keinen Arztbesuch oder eine ärztliche Beratung und Untersuchung. Die in den Faktenboxen veröffentlichten Informationen sollen Ihnen als Unterstützung für die Vorbereitung des Arztgespräches dienen.

Diese Faktenbox wurde von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut erstellt.

Zuletzt aktualisiert: Dezember 2016
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