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Kann eine Mammographie die Krebssterblichkeit reduzieren?

Hier finden Sie wissenschaftlich gesicherte Fakten für Ihre Entscheidung.

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Mammographie senkt Zahl der in 10 Jahren an Brustkrebs verstorbenen von 5 auf 4 je 1000 Frauen

Studie zeigen, dass die Zahl der in 10 Jahren an Brustkrebs Verstorbenen  sich durch das Mammographie-Screening von 5 auf 4 je 1000 Frauen gesenkt hat. Jedoch wurden von je 1000 Frauen, die am Mammographie-Screening teilnahmen, etwa 100 durch ein auffälliges Ergebnis verunsichert. Erst nach einer Gewebeentnahme und weiteren Untersuchungen erfuhren sie, dass sie nicht an Brustkrebs erkrankt sind. Bei 5 von 1000 Frauen wurde eine teilweise oder vollständige Brustentfernung durchgeführt, obwohl diese nicht notwendig gewesen wäre.

Nutzen einer Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie

1. Wie viele Frauen sind innerhalb von etwa 10 Jahren insgesamt an Krebs gestorben?

Grafik Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie

2. Wie viele Frauen sind innerhalb von etwa 10 Jahren an Brustkrebs gestorben?

Grafik Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie
Die Zahl der insgesamt an Krebs verstorbenen Frauen war in den Gruppen mit und ohne Mammographie gleich. Die Zahl der in 10 Jahren an Brustkrebs Verstorbenen hat sich durch das Mammographie-Screening von 5 auf 4 je 1000 Frauen gesenkt.

Risiken einer Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie

1. Wie viele Frauen haben ein auffälliges Mammographie-Ergebnis erhalten, welches sich als Fehlalarm herausstellte?

Grafik Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie

2. 
Bei wie vielen Frauen wurde unnötigerweise die Brust teilweise oder vollständig entfernt?

Grafik Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie
Von je 1000 Frauen, die am Mammographie-Screening teilnahmen, erhielten etwa 100 ein auffälliges Ergebnis, welches unter anderem unnötige Untersuchungen bis hin zu Gewebeentnahmen nach sich zog und sich als Fehlalarm herausstellte. Außerdem wurden 5 von 1000 Frauen unnötigerweise als krebserkrankt eingestuft (überdiagnostiziert) und operiert (überbehandelt), da sie eine langsam wachsende oder nicht-aggressive Krebsform aufwiesen.

Erklärende Informationen zum Verständnis der Grafiken

Die Zahlen beziehen sich auf Frauen ab 40 Jahren. Verglichen werden Frauen, die nicht an einer Früherkennung teilgenommen haben, und Frauen, die an einer Früherkennung teilgenommen haben (Zeitraum von etwa 10 Jahren, d. h. er umfasst zwischen minimal 7 und maximal 13 Jahren).

Was ist ein falsch-positives Ergebnis?
Es vermittelt den Patientinnen, dass sie an Brustkrebs erkrankt sein könnten, obwohl das nicht der Fall ist. Diese Patientinnen müssen manchmal Monate mit der Ungewissheit leben, ob sie tatsächlich an Brustkrebs erkrankt sind oder nicht und sich weiteren diagnostischen Tests z. B. einer Biopsie (Gewebeentnahme und -untersuchung) unterziehen, bis Entwarnung gegeben wird.


Arztsuche mit Schwerpunkt "Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologie)"


Weitere Informationen zum Thema Mammographie-Screening

Was ist das Ziel des Mammographie-Screenings?

Ziel der Brustkrebs-Früherkennung durch die Mammographie ist die Reduzierung der Krebssterblichkeit sowie die Verbesserung der Lebensqualität. Die frühzeitige Erkennung einer Krebserkrankung soll eine frühzeitige, effektivere und sichere Behandlung ermöglichen.

Wie wird das Mammographie-Screening durchgeführt?

Bei der Mammographie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust.

Wie wird das Mammographie-Screening durchgeführt?

Die Teilnahme an einer Brustkrebs-Früherkennung wird in Deutschland als Kassenleistung für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren angeboten. Frauen, die eine Mammographie in Erwägung ziehen, sollten über die Teilnahme anhand einer individuellen Risikoeinschätzung entscheiden und die Risiken und den Nutzen der Mammographie auf ihre persönlichen Vorlieben abstimmen.  

Was sollte noch beachtet werden?

Früherkennungsmaßnahmen schützen nicht vor dem Ausbruch der Krankheit. Sie verfolgen das Ziel, einen Brustkrebs früher zu entdecken und zu behandeln.


Über diese Faktenbox

Quellen

[1] Gøtzsche, PC, Jorgensen, KJ (2013). Cochrane database of systema c reviews (1): CD001877.pub5. [2] Leitlinienprogramm Onkologie (Juli, 2012). Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnos k, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms.

Haftungshinweis

Diese Faktenbox wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte geben. Gleiches gilt insbesondere für die Inhalte externer Links. Insbesondere ersetzt die Faktenbox keinen Arztbesuch oder eine ärztliche Beratung und Untersuchung. Die in den Faktenboxen veröffentlichten Informationen sollen Ihnen als Unterstützung für die Vorbereitung des Arztgespräches dienen.

Diese Faktenbox wurde von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut erstellt.

Zuletzt aktualisiert: August 2015
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