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Helfen Antibiotika bei Erkältungen?

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Antibiotika nutzen nichts bei Erkältungen

Da es sich bei einer Erkältung mit Husten, Schnupfen und leichtem Fieber in der Regel um einen Virusinfekt handelt, kann die Einnahme eines Antibiotikums nicht helfen. Antibiotika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Infektionen durch Bakterien eingesetzt werden. Antibiotika können auch die Symptome einer Erkältung nicht lindern. Dies gilt übrigens in der Regel auch bei einer akuten Bronchitis.

Erkältungskrankheiten heilen gewöhnlich von selbst aus, oft tritt eine Besserung schon nach wenigen Tagen ein. Antibiotika können aber Nebenwirkungen hervorrufen, wie zum Beispiel Durchfall oder Übelkeit. Ein übermäßiger Einsatz gegen harmlose Krankheiten macht Bakterien zudem widerstandfähiger (resistent). Nur bei der Gefahr eines schwerwiegenden Krankheitsverlaufs und wenn der Arzt dies gut begründet, sollten Antibiotika gezielt eingenommen werden.

Nutzen einer Antibiotika-Einnahme bei Erkältungen

Wie viele Patienten hatten anhaltende Symptome einer Erkältung (1-7 Tage nach Behandlung)?

Grafik Erkältung

Risiken einer Antibiotika-Einnahme bei Erkältungen

Wie viele Patienten berichteten von Nebenwirkungen (zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall)?

Grafik Erkätung

Erklärende Informationen zum Verständnis der Grafiken

Die Zahlen in den Grafiken sind Durchschnittswerte der Patienten, die Symptome einer Erkältung oder eitrigen Rhinitis (farbiger Nasenausfluss) hatten. Den Patienten wurde eine Antibiotika-Behandlung oder ein Placebo (oder gar keine Behandlung) verordnet. Im Durchschnitt wurden die Ergebnisse 1–7 Tage nach der Behandlung gemessen.

Was ist eine Placebo-Behandlung?
Eine Placebo-Behandlung simuliert eine Behandlung lediglich, zum Beispiel durch ein neutrales oder unechtes Medikament. Die Effekte einer solchen Scheinbehandlung werden dann mit den Effekten der tatsächlichen Behandlung verglichen. Das Ziel der Placebo-Behandlung ist, herauszufinden, ob der Effekt der tatsächlichen Behandlung deutlich stärker ist als der allein durch den Glauben erzielte Effekt, dass man tatsächlich behandelt wurde.

Welche anderen Risiken sind allgemein mit der Einnahme von Antibiotika verbunden?

Ein nicht sachgerechter Gebrauch von Antibiotika kann zu einer Antibiotikaresistenz führen. Eine Antibiotikaresistenz liegt vor, wenn das Medikament nicht mehr wirkt, weil sich die Bakterien verändert haben.

Antibiotika können außerdem Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen, da sie auch nützliche Darmbakterien angreifen. Darüber hinaus werden Hautausschläge und ein erhöhtes Allergierisiko als Folge von häufiger Antibiotika­-Einnahme vermutet.


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Weitere Informationen zum Thema Antibiotika-Einnahme bei Erkältung

Was ist eine Erkältung?

Eine Erkältung ist eine akute Infektionskrankheit, die folgende Symptome umfassen kann: eine verstopfte oder laufende Nase (Rhinitis), Halsschmerzen, Fieber und Husten.

Was ist das Ziel der Antibiotika-Behandlung?

Antibiotika bekämpfen Bakterien. Sie töten Bakterien ab oder hemmen sie in ihrem Wachstum und sollen dadurch den Krankheitsverlauf verbessern und eventuelle Komplikationen verhindern.

Für wen kommt eine Behandlung mit Antibiotika bei einer Erkältung in Frage?

Generell sprechen sich die medizinischen Leitlinien für einen zurückhaltenden Einsatz von Antibiotika bei Erkältungskrankheiten und Atemwegsinfekten aus. Unter bestimmten Bedingungen und bei Nachweis einer bakteriellen Infektion kann eine Therapie mit Antibiotika dennoch angebracht sein.

Was sollte noch beachtet werden?

Antibiotika sollten bei Kindern besonders vorsichtig verwendet werden. Dass gerade bei Kindern besonders häufig Antibiotika verschrieben werden, ist kritisch zu sehen.

Bis Antibiotika die Erreger erfolgreich bekämpft haben, vergehen einige Tage. So können zwar die Symptome zurückgehen und Ihr Kind kann sich schon wieder besser fühlen. Trotzdem ist es wichtig, Antibiotika genau so einzunehmen, wie es mit dem Arzt vereinbart wurde. Andernfalls können Erreger überleben, sich erneut ausbreiten – und Widerstandskräfte gegen das Antibiotikum bilden.

Da es sich bei Erkältungskrankheiten, Grippe und akuten Mittelohrentzündungen in der Regel um Virusinfekte handelt, können Antibiotika hier nichts ausrichten. Nur bei der Gefahr eines schwerwiegenden Krankheitsverlaufs und wenn der Arzt dies gut begründet, sollten Antibiotika gezielt eingenommen werden.

Welche anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Patienten sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen und sich ausruhen, bis die Symptome nachlassen. Rezeptfreie Schmerzmittel (z. B. Paracetamol, Ibuprofen) können helfen, die Symptome zu lindern.

Welche weiterführenden Informationen können noch helfen?

Antibiotika nehmen oder nicht? Weitere Informationen zur Einnahme von Antibiotika bei einer Erkältung finden Sie auf den Seiten von gesundheitsinformation.de - ein Angebot des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).


Über diese Faktenbox

Quellen

[1] Kenealy, T., & Arroll, B. (2013). Antibiotics for the common cold and acute purulent rhinitis. Cochrane Database Syst Rev..

Haftungshinweis

Diese Faktenbox wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte geben. Gleiches gilt insbesondere für die Inhalte externer Links. Insbesondere ersetzt die Faktenbox keinen Arztbesuch oder eine ärztliche Beratung und Untersuchung. Die in den Faktenboxen veröffentlichten Informationen sollen Ihnen als Unterstützung für die Vorbereitung des Arztgespräches dienen.

Diese Faktenbox wurde von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeitin mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut erstellt.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2014
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