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Helfen Hormonspiralen und Medikamente bei starker Regelblutung?

Hier finden Sie wissenschaftlich gesicherte Fakten für Ihre Entscheidung.

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Hormonspirale kann das Ausmaß der Regelblutung verringern

Für Frauen mit starken oder langen Monatsblutungen (Hypermenorrhoe), die behandlungsbedürftig erscheinen, stehen verschiedene Optionen zur Verfügung: Neben operativen Verfahren, die nur unter bestimmten Bedingungen infrage kommen, ist das vor allem die Behandlung mit Medikamenten sowie die Hormonspirale. Studien zeigen, dass Frauen mit einer Hormonspirale den Blutverlust als geringer empfanden. Sie waren zudem häufiger zufrieden als Frauen, die Medikamente einnahmen. Die Hormonspirale wie auch Medikamente können Nebenwirkungen hervorrufen.

Welche Therapie bei starken oder langen Monatsblutungen infrage kommt, hängt auch davon ab, ob die Familienplanung abgeschlossen ist. Denn die Hormonspirale sowie einige andere Behandlungsoptionen schränken die Möglichkeit ein, schwanger zu werden.

Nutzen von Hormonspirale und Medikamenten bei starker Regelblutung

1. Wie viele Frauen fanden, dass sich das Ausmaß ihrer Regelblutung verbessert hat?

Grafik Hormonspirale und Medikamente bei starker Regelblutung

2. Wie viele Frauen waren mit ihrer Behandlung zufrieden?

 Grafik Hormonspirale und Medikamente bei starker Regelblutung

Risiken von Hormonspirale und Medikamenten bei starker Regelblutung

1. Bei wie vielen Frauen traten schwerwiegende Nebenwirkungen auf, die zu einem Krankenhausaufenthalt führten?

In beiden Gruppen (mit Hormonspirale und mit medikamentöser Behandlung) traten bei 16–18 von 100 Frauen schwerwiegende Nebenwirkungen auf.

2. Bei wie vielen Frauen traten Unterleibsschmerzen auf?

 Grafik Hormonspirale und Medikamente bei starker Regelblutung

3. Bei wie vielen Frauen traten Spannungsgefühle in der Brust auf?

 Grafik Hormonspirale und Medikamente bei starker Regelblutung

4. Bei wie vielen Frauen entstanden Eierstockzysten?

Grafik Hormonspirale und Medikamente bei starker Regelblutung

Erklärende Informationen zum Verständnis der Grafiken

Die Zahlen stellen Durchschnittswerte für Frauen im gebärfähigen Alter dar, die Symptome einer starken Regelblutung aufwiesen und sich entweder mit einer Hormonspirale oder mit Medikamenten behandeln ließen. Die Daten wurden bis zu zwei Jahre nach der Behandlung erhoben.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die Zahlen keine endgültige Bewertung der Behandlungsmethoden darstellen. Die Größenordnung der Wirkungen basiert auf den derzeit besten medizinischen Erkenntnissen.


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Weitere Informationen zum Thema Hormonspirale und Medikamente bei starker Regelblutung

Wie wirkt die Hormonspirale gegen starke Regelblutung?

Die Hormonspirale, normalerweise zur Verhütung eingesetzt, wird auch zur Behandlung übermäßiger bzw. verlängerter Regelblutungen angewandt. Das durch die Spirale freigesetzte Hormon Levonorgestrel unterdrückt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verringert infolgedessen den Blutverlust während der Regel. Die aus Kunststoff bestehende T-förmige Hormonspirale wird von der Frauenärztin/dem Frauenarzt eingesetzt.

Welche medikamentösen Behandlungen gegen starke Regelblutung kommen infrage?

Zur Behandlung übermäßiger bzw. verlängerter Regelblutungen kommen auch Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer (Nichtsteroidale Antiphlogistika, NSAR), Medikamente zur Hemmung von Blutungen (z. B. Tranexamsäure), hormonelle Verhütungsmittel wie die Kombinationspille aus Östrogen und Gestagen oder die Verhütungsspritze (Dreimonatsspritze) infrage.

Für wen kommen die verschiedenen Behandlungen in Frage?

Für Frauen, die im gebärfähigen Alter sind und unter starken Regelblutungen leiden. Die Behandlung schränkt zeitweise die Möglichkeit ein, schwanger zu werden.

Was empfehlen aktuelle medizinische Leitlinien?

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt bei starken Regelblutungen zunächst eine hormonelle bzw. medikamentöse Behandlung. Versagen diese Behandlungen kann eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) in Betracht gezogen werden.

Was sollte noch beachtet werden?

Nebenwirkungen wie Unterleibsschmerzen, Schmierblutungen und Spannungsgefühle in der Brust sind eine Folge des hormonellen Einflusses. Die Hormonspirale kann gutartige Zysten verursachen. Zysten sind Hohlräume im Gewebe, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie bilden sich meist aufgrund der normalen hormonellen Funktion des Eierstocks. Diese auftretenden Eierstockzysten sind symptomlos und bilden sich innerhalb eines Jahres zurück.

Welche anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Das Abtragen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation) und die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) stellen zwei alternative chirurgische Behandlungsmöglichkeiten dar. Weitere Informationen finden Sie in unserer Entscheidungshilfe "Chirurgische Behandlungsmethoden".

Welche weiterführenden Informationen können noch helfen?

Unter gesundheitsinformation.de finden Sie weitere Informationen zur Behandlung bei starker Regelblutung.


Über diese Faktenbox

Quellen

[1] Gupta, J., Kai, J., Middleton, L., Pattison, H., Gray, R., Daniels, J., & Grp, Eclipse Trial Collaborative. (2013). Levonorgestrel intrauterine system versus medical therapy for menorrhagia. New England Journal of Medicine, 368(2), 128-137. doi: 10.1056/NEJMoa1204724. [2] Lethaby, A., Hussain, M., Rishworth J., R., & Rees, M. C. (2015). Progesterone or progestogen-releasing intrauterine systems for heavy menstrual bleeding. Cochrane Database of Systematic Reviews, (4). doi:10.1002/14651858.CD002126.pub3.

Haftungshinweis

Diese Faktenbox wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte geben. Gleiches gilt insbesondere für die Inhalte externer Links. Insbesondere ersetzt die Faktenbox keinen Arztbesuch oder eine ärztliche Beratung und Untersuchung. Die in den Faktenboxen veröffentlichten Informationen sollen Ihnen als Unterstützung für die Vorbereitung des Arztgespräches dienen.

Diese Faktenbox wurde von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut erstellt.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2015
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