Fragen zu den Datengrundlagen
Woher stammen die Qualitätsdaten in der Weissen Liste?
Alle nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser in Deutschland sind per Gesetz verpflichtet, im Abstand von zwei Jahren einen sogenannten strukturierten Qualitätsbericht zu veröffentlichen (gemäß § 137 Abs. 3 Nr. 4 SGB V). Letztmalig war die bundesweite Vorlage dieser Berichte für das Gesamtjahr 2010 vorgeschrieben. Zentrales Ziel der Berichte ist es, Patienten bei der Auswahl eines geeigneten Krankenhauses zu unterstützen. Die Krankenhaus-Qualitätsberichte bilden die Datengrundlage für die Weisse Liste. In den Berichten legen die Kliniken Zahlen und Fakten wie Anzahl der Betten und Operationen offen und geben Auskunft über die Qualifikation ihrer Ärzte sowie den Erfolg ihrer Behandlungen. Diese Informationen werden in der Weissen Liste leicht verständlich und nutzerfreundlich aufbereitet, die Nutzer können einzelne Krankenhäuser direkt miteinander vergleichen. Ziel ist es, eine echte Entscheidungshilfe für Patienten und Angehörige zur Verfügung zu stellen.
Außerdem fließen in die Weisse Liste Ergebnisse von Patientenbefragungen mit dem sogenannten Patients' Experience Questionnaire (PEQ) ein. Dafür werden ehemalige Patienten zwei bis acht Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt um ihre Rückmeldung zu den Erfahrungen gebeten, die sie in einer Fachabteilung gemacht haben. Aktuell befragen die AOK und die BARMER GEK ihre Versicherten zu den Erfahrungen, erste Ergebnisse werden ab Mitte 2012 in der Weissen Liste veröffentlicht. So können die Nutzer des Internetportals erfahren, wie zufrieden andere Patienten mit der Behandlung in einer Fachabteilung waren.
Im Portal finden sich zudem für Patienten relevante Zusatzinformationen zu den Kliniken. Sie ergänzen die Daten aus den Qualitätsberichten. Dabei handelt es sich etwa um Informationen zu Besuchszeiten, zu Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige oder zur Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Ausgewählt wurden die Informationen auf Basis einer umfassenden Bedarfsanalyse. Maßgeblich war dabei die Frage, welche Angaben für Patienten bei der Wahl einer Klinik von Bedeutung sind. Diese Zusatzinformationen übermitteln die Krankenhäuser direkt an die Weisse Liste.
Einige Krankenkassen stellen in ihren jeweiligen Versionen der Weissen Liste weitere Zusatzinformationen zur Verfügung. Wir weisen darauf hin, dass es sich hierbei um Informationen und Daten der Krankenkassen handelt, die nicht durch die Weisse Liste überprüft werden. Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben sind die jeweiligen Krankenkassen verantwortlich.
Zum SeitenanfangWoher stammen die Gesundheitsinformationen in der Weissen Liste?
Die Informationen stammen aus dem Internetportal www.gesundheitsinformation.de, das vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seit 2006 betrieben wird. Das Institut ist eine fachlich unabhängige wissenschaftliche Einrichtung der privaten und gemeinnützigen Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Sie verfolgt das Ziel, evidenzbasierte Entscheidungen in Gesundheitsfragen zu unterstützen.Die Aufgabe des IQWiG ist die Bewertung des medizinischen Nutzens, der Qualität und der Wirtschaftlichkeit medizinischer Leistungen und die Veröffentlichung der Bewertungsergebnisse. Das Institut erhält seine Aufträge vom Gemeinsamen Bundesausschuss, einem Gremium der Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern, sowie vom Bundesgesundheitsministerium. Das Institut erhält seine Aufträge zu verschiedenen Themenbereichen, unter anderem zum Nutzen diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen, zu strukturierten Behandlungsprogrammen sowie zur Bewertung von klinischen Leitlinien.
Darüber hinaus versteht sich das Institut als wissenschaftliche Informationsquelle für die Öffentlichkeit sowie für Ärztinnen und Ärzte, Leistungserbringer im Gesundheitswesen, Konsumenten und andere Interessierte. Es fungiert als unabhängiger Herausgeber von evidenzbasierten medizinischen Informationen für Bürgerinnen, Bürger, Patientinnen und Patienten, bietet aber keine individuelle Patientenberatung an.




